Bahnstrecke Floß - Flossenbürg


Kursbuchstrecke 1944: 425h
Kursbuchstrecke 1951: 425d
Streckennummer: 5055
Streckenlänge (km): 6,42
Spurweite (mm): 1435

tra_ao.png 5054 von Neustadt (Waldnaab)
bf_aa.png 0,00 Floß
abzw_aa.png 0,70 Streckenbeginn
abzw_laau.png 5054 nach Eslarn
hp_aa.png 2,7 Plankenhammer (Lst)
hp_aa.png 4,9 Altenhammer (Lst)
hp_aa.png 5,6 Rückersmühle (Lst)
bf_aa.png 6,2 Flossenbürg
tre_au.png 6,42 Streckende
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Den Anstoß zur Bau der Stichbahn vom bereits 1886 eröffneten Bahnhof Floß gab der Steinbruchbetrieb Gebr. Steinhardt's Söhne. Deren Vorschlag zur Streckenführung sah vor, das möglichst viele der Orte mit großen Steinbrüchen erreicht werden können. Dieser wurde vom Ministerium allerdings mit negativem Ergebnis abgelehnt. Schliesslich setzte sich 1902 sogar die Gemeinde Flossenbürg aufgrund des erstarkenden Verkehrs selbst dafür ein. Doch auch ihr sollte kein Erfolg beschieden sein. Als 1904 die Gebr. Steinhardt einen Barzuschuß oder eine Schienenlieferung forderten um die Strecke in Schmalspur bauen zu können lenkte die Generaldirektion der Verkehrsanstalten schliesslich ein und führte eine genaue Rentabilitätsprüfung durch. Diesmal kam man zum Ergebnis, das lediglich ein geringer Personenverkehr, dafür aber ein starker Güterverkehr zu erwarten sei.

Neue Planungen eines im November 1904 in Tachau gebildeten Konsortiums zum Bau einer Verbindung zwischen Tachau und Floß kamen aufgrund eines wenig rentablen Ergebnisses wieder zum Erliegen. Im November 1906 baten die Gebr. Steinhardt erneut um den Bau der Bahn. Diesmal führten sie an, in Altenhammer eine Fabrik mit jährlich 1.500 Waggons Ausstoß bauen zu wollen. Doch selbst mit einem 50prozentigen Entfernungszuschlag war das Ergebnis wieder negativ. Als das Ministerium am 24.07.1907 schliesslich feststellte das keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Bau ständen, wurde wieder eine Prüfung durchgeführt. Diesmal sollte sogar ein geringer Personenverkehr möglich sein. Nach einigem hin und her wurde die Bahn dann doch zum 26.06.1908 genehmigt.

Nur wenig gibt es sonst über diese Bahn zu berichten. So finden sich auch nur wenige Aufnahmen dieser für Fotografen scheinbar damals nur wenig interessanten Strecke. An Geschichten gibt es zu berichten, dass beim Bau der Srecke am 28.03.1913 Lokführer und Heizer beim Absturz einer Feldbahnlokomotive leicht verletzt wurden. In einem Bericht des Heimatmuseums Erbendorf wird weiterhin von einem Fliegerangriff am 16.04.1945 auf den Bahnhof Floß erzählt bei dem 35 KZ-Häftlinge und auch 4-6 Wachleute den Tod fanden.

Unrühmliche Berühmtheit erlangte die Strecke als im Mai 1938 das KZ Flossenbürg errichtet wurde. Dieses hatte bis zur Befreiung der Amerikaner am 23.04.1945 Bestand. Bis dahin sollten dort und in den Außenlagern über 21.000 Häftlinge den Tod finden. Wichtigstes Transportgut zu dieser Zeit war der Granit aus den umliegenden Steinbrüchen der für die staatlichen Bauprogramme der Nationalsozialisten in großen Mengen abtransportiert wurde, im Jahr 1936 speziell für die Nürnberger Reichsparteitagsbauten. Weiterhin gab es entsprechenden Personenverkehr durch die Gefangenentransporte.

Es folgte der langsame Abstieg der recht kurzen Nebenbahn. Ab 17.05.1953 wurde der Personenverkehr an Sonntagen eingestellt. Nur an Tagen mit günstigen Schneeverhätlnissen kamen Sonderzüge für die Wintersportler zum Einsatz. Die bis 1970 auf lediglich 7.943 Tonnen gesunkene Gütertransportleistung tat ihr übriges (im Jahr 1960 hatte man noch 17.009 Tonnen zu verzeichnen). Nur zwei Jahre später kam das endgültige Aus. Der Eslarner Bockl sollte dagegen noch bis 1995 Bestand haben.

Anfang 2018 wurden die noch erhaltenen Bauwerke der Strecke unter Denkmalschutz gestellt. Das betrifft speziell die beiden Bogenbrücken in Floß, die Laderampe bei Plankenhammer und die Brücke über den Burgerbach in der Gemarkung Schönbrunn.

Streckenchronik:

26.06.1908 Aufnahme in Lokalbahngesetz
01.05.1913 Offizielle Eröffnung
xx.xx.1939 Aufnahme Personenverkehr
17.05.1953 Einstellung Personenverkehr an Sonntagen
31.05.1959 Einstellung Personenverkehr
27.05.1972 Einstellung Gesamtverkehr

Detaillierte Streckenchronik anzeigen


Weiterführende Literatur:

  • Walther Zeitler, Eisenbahnen in Niederbayern und der Oberpfalz, Buch & Kunstverlag Oberpfalz , 2. Auflage 1997
  • Gerald Hoch & Andreas Kuhfahl, Nebenbahnen in der Oberpfalz, Eisenbahn-Fachbuch-Verlag, 2000

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